05.12.2017 | Moselmusikfestival 2018

Neue Wege, große Jubiläen

Bei dem Konzert „Jenny und Karl – eine musikalische Liebesgeschichte“ spielt das „Berolina Ensemble“ (Foto: Tim Klicker) unter anderem ein Stück der Triererin Anna Bochkoltz, einer Freundin von Jenny Marx.
Bei dem Konzert „Jenny und Karl – eine musikalische Liebesgeschichte“ spielt das „Berolina Ensemble“ (Foto: Tim Klicker) unter anderem ein Stück der Triererin Anna Bochkoltz, einer Freundin von Jenny Marx.
Ein neues Kapitel wird 2018 beim Mosel Musikfestival aufgeschlagen: Nach dem Rückzug von Gründungsintendant Hermann Lewen präsentiert Nachfolger Tobias Scharfenberger sein erstes Programm. Es bietet viele Eigenproduktionen, darunter die Liebesgeschichte „Jenny und Karl“ als Beitrag zum Marx-Jahr. Premieren gibt es auch bei den Veranstaltungsorten, darunter Hallen der Holzfirma Leyendecker und von JTI. Eine weitere Neuerung soll dazu beitragen, die Zukunft des größten Klassikfestivals in Rheinland-Pfalz langfristig abzusichern.

„Die nächsten fünf bis zehn Jahre sind für viele Kultureinrichtungen entscheidend. Sie können große Probleme bekommen, wenn es nicht gelingt, rechtzeitig neue Zuschauergruppen heranzuziehen“, betonte Scharfenberger. Nicht zuletzt vor diesem Hintergrund wird zusammen mit der Künstlervermittlerin Andrea Schläfli unter dem Motto „Sommersprossen“ erstmals ein Schwerpunkt für Kinder und Jugendliche ins Festivalprogramm aufgenommen. In Percussion-Workshops, Familienkonzerten, bei denen Jungen und Mädchen mit Profimusikern auftreten, auf Spaziergängen und bei einem Malwettbewerb tauchen sie mit Eltern und Großeltern in das Abenteuer Musik ein. Sie sollen neugierig gemacht und zu weiteren Konzertbesuchen animiert werden.

Das Festival vom 13. Juli bis 3. Oktober 2018 gehört erneut zum Kultursommer Rheinland-Pfalz und greift  dessen Jahresmotto „Industrie-Kultur“ nach Aussage von Scharfenberger nicht nur durch Konzerte in Produktionshallen auf: „Das 19. Jahrhundert als Zeitalter der Industrialisierung ist die Vorgeschichte unserer Gegenwart. Wir ziehen in vielen musikalischen Projekten eine Bilanz dieser Ära bis hin zum Ersten Weltkrieg. Dort entluden sich die im 19. Jahrhundert entstandenen Gegensätze in einer Katastrophe.“

Karl Marx als eine prägende Figur des 19. Jahrhunderts wird im Jahr seines 200. Geburtstags in der Heimatstadt unter anderem ein großes Sonderkonzert im Theater gewidmet. Bei „Karl Marx träumt vom Sommer“ wird er unter anderem mit Psychoanalytiker Sigmund Freud, einer Übergangsfigur vom 19. ins 20. Jahrhundert, konfrontiert. Außerdem gibt es einen Marx-Salon in seinem Geburtshaus in der Brückenstraße.

150. Rossini-Geburtstag

Das Festival feiert noch weitere Jubiläen: Zum 150. Geburtstag von Gioachino Rossini, einem der populärsten Opernkomponisten des 19. Jahrhunderts, erklingt seine „Petite Messe Solennelle“ in St. Paulin. 2018 steht außerdem der 100. Geburtstag von Leonard Bernstein an, einem populären Dirigenten und Komponisten des 20. Jahrhunderts. Unter dem Titel „Mass – Zweifel und der Wunsch nach Frieden“ vertonte er Anfang der 60er Jahre eine lateinische Liturgie und setzte sich mit den zahlreichen Krisen und Kriegen seines Jahrhunderts auseinander.

Das Festivalprogramm kann mit weiteren klangvollen Namen aufwarten, sowohl bei den Komponisten (Johann Sebastian Bach, Wolfgang Amadeus Mozart oder Felix Mendelssohn-Bartholdy), aber auch bei den auftretenden Solisten und Ensembles: Der Sänger Thomas Quasthoff, der Pianist Kit Armstrong, der Schauspieler Dominique Horwitz, die Deutsche Radiophilharmonie Saarbrücken/Kaiserslautern und die Sängerin Adréana Kraschewski sind nur einige Beispiele. Das Festival bietet außerdem unter dem Motto „Weinklang“ wieder die beliebten Konzerte in regionalen Weingütern. Erstmals dabei ist das Weingut Cantzheim in Kanzem, in dem am vergangenen Freitag das Festivalprogramm 2018 präsentiert wurde. Ein Schwerpunkt ist erneut dem Jazz gewidmet, unter anderem mit dem Open Air-Programm „Jazz trifft Bauhaus“. Intendant Scharfenberger dankte bei der Programmvorstellung den zahlreichen Partnern und Sponsoren, die das Festival teilweise schon seit vielen Jahren unterstützen.

Kartenvorverkauf gestartet

Der Verkauf der Karten für das Festival hat am Freitag begonnen. Sie sind erhältlich über die Vorverkaufsstellen des Verbands Ticket Regional sowie über dessen Internetportal www.ticket- regional.de. Weitere Informationen zum Festivalprogramm: www.moselmusikfestival.de.