02.12.2019

City-Hack: Marktreife Apps für die Verkehrswende

(kig) Die „Zukunft der Mobilität“ war am vergangenen Wochenende das Thema beim ersten Trierer „City-Hack“. Zwar konnten die rund 70 jungen Teilnehmerinnen und Teilnehmer in den zwei Tagen nicht alle anstehenden Verkehrsprobleme in der Region Trier lösen, doch bei der Abschlussrunde wurden mehrere fast schon marktreife Apps präsentiert.

Insgesamt elf Teams arbeiteten beim City-Hack, der auf Einladung der städtischen Wirtschaftsförderung und der Lokalen Agenda 21 auf dem Campus Schneidershof der Hochschule Trier stattfand, an den fünf Aufgabenstellungen, genannt „Challenges“. Diese waren von der EGP, der Sparkasse Trier, dem Wirtschaftsministerium, den Stadtwerken und der Hochschule eingebracht worden. Vertreterinnen und Vertreter der genannten Institutionen bildeten auch die Jury zur Vergabe der Preisgelder.

Gewinner der mit 2000 Euro dotierten Challenge der Sparkasse Trier unter dem Motto „Deine Idee für Trier“ wurde die Gruppe „Bonusmobil“, die für die Umsetzung der Verkehrswende einen spielerischen und persönlichen Ansatz verfolgt: Die App zeichnet das Mobilitätsverhalten der Nutzer auf, empfiehlt umweltfreundliche Alternativen und vergibt Bonuspunkte, mit denen man in einem Duell gegen andere Nutzer antreten kann.

Die weiteren Preise des Hackathons waren vom Wirtschaftsministerium mit je 1500 Euro dotiert und gingen an folgende Gruppen: Das Team „Tausch“ programmierte eine App für die Bewohner eines autoarmen Stadtviertels, die bei der Routen- und Verkehrsmittelwahl hilft, das Carsharing unterstützt und eine Mitfahrbörse bietet. Die Gruppe „Mobilitätshub“ präsentierte die Vision eines neuen Verkehrsknotenpunkts an der Hochschule, der eine barrierefreie Bushaltestelle mit Ladestationen für E-Bikes, einem Parkhaus und einer Seilbahnstation verbindet. Das Team „Geocoptix“ stellte die Weiterentwicklung des Parkleitsystems zu einem Verkehrsleitsystem vor, in dem Live-Daten zu Verkehrs- und Abgasbelastung bestimmter Straßen angezeigt werden. Und das Team „Couweda“ befasste sich mit dem Problem der „letzten Meile“ in ländlichen Gebieten: Paketdienste planen, ihre Päckchen nicht mehr an einzelne Adressen auszuliefern, sondern nur noch an einen Sammelpunkt, wo sie der Empfänger dann selbst abholen muss. Ziel der App ist es, innerhalb eines Dorfes einen Auslieferdienst auf freiwilliger Basis zu organisieren, so dass Menschen mit eingeschränkter Mobilität ihre Sendungen doch zu Hause empfangen können. Andere Gruppen, die an der Challenge "Logistiklösungen im ländlichen Raum" arbeiteten, entwickelten Lösungen für einen kombinierten Personen- und Warentransport.

Oberbürgermeister Wolfram Leibe besuchte die Abschlussrunde des City-Hacks und zeigte sich von den Ergebnissen begeistert: „Es ist hier ganz deutlich geworden, dass Nachhaltigkeit und Digitalisierung kein Gegensatz sind, sondern zusammengehören. Deshalb ist es auch ein richtiges Zeichen, dass die Wirtschaftsförderung und die Lokale Agenda 21 gemeinsam so eine Veranstaltung anbieten. Als Thema für den nächsten City-Hack könnte ich mir den Wohnungsbau vorstellen.“

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