21.2. bis 6.3.2014 | Eröffnung am 20.2. im Posthof

Ausstellung "Revitalisierung der Lokrichthalle in Trier"

Plakat Revitalisierung der Lokrichthalle
Ausstellung von Studienarbeiten der Hochschule Trier
Ausstellungseröffnung: 20. Februar 2014 um 18.00 Uhr
Posthof, Fleischstr. 57, Trier
Ausstellung: 21.2. bis 6.3. täglich von 16:00 - 19:00 Uhr

Trier als „kleine Großstadt“ definiert sich nicht nur durch die baukulturelle Substanz in Form von Bauwerken, die in der Unesco-Liste als Weltkultur definiert werden. Durch seine wechselvolle Geschichte sind zudem Bauten aus dem Mittelalter, der Gründerzeit aber auch aus der Industrialisierung des Bauens als beispielgebend zu nennen.

Die Lokrichthalle, vom Regierungsbaumeister Ernst Spiro geplant und von der Königlich Preußischen Eisenbahndirektion 1908 –1912 errichtet, beeindruckt mit 170 m Länge und einer Fläche von 12.200 qm. Das Bauwerk mit einer Höhe von 22,0 m ist als mehrschiffige Halle in genieteter Stahlkonstruktion mit durchlaufenden Lichtbändern konzipiert. Die Außenhaut ist im Rhythmus zu den stehenden Fensterelementen mit rotem Naturstein verkleidet. Die seit 25 Jahren ungenutzte und leerstehende Lokrichthalle steht beispielhaft für ein frühes Zeugnis der Industrie- und Wirtschaftsgeschichte Triers.

Im Trierer Westen, im geographischen Kreuzungspunkt zwischen Hochschule und Universität gelegen, ist die Halle hervorragend zur Aufnahme eines Hochschul- und Gründertechnologiezentrums geeignet.

Studierende der Hochschule Trier haben sich dieser Aufgabe angenommen. Neben der Entwicklung und Erstellung eines bedarfsgerechten Raumprogramms (Seminar, Vorlesungs- und Labornutzung) lag der Schwerpunkt der Entwürfe in der Erarbeitung einer innovativen Studierumgebung.

Studierende sollten unmittelbar partizipieren. Einzel- und Gruppenarbeitsplätze waren im Bezug zu den Forschungs- und Entwicklungsbereichen zu entwickeln. Eine Bibliothek sowie eine Cafeteria waren Teil des Programms und sollten sinnfällig angeordnet werden. Optimierte Außenbezüge und die Nutzung natürlicher Tageslichtverhältnisse entsprechen heutigen Anforderungen und waren Teil der Aufgabe. Für den Innenausbau ist die haptische Qualität der Materialien von Bedeutung. Diese sollten benannt werden, auch die angestrebte Atmosphäre sowie die Farbigkeit sollten beschrieben sein.

In räumlicher Verbindung mit dem Bibliotheksbereich sollte ein Gemeinschaftsbereich entworfen werden, in dem die Studierenden kommunizieren, arbeiten aber auch entspannen können. Verkürzte Studienzeiten im Rahmen des Bologna-Reformprozesses und die Digitalisierung des studentischen Arbeitsumfeldes führen zu neuen Möglichkeiten der Interaktion. Diese neue „Lernumgebung“ erfordert ein Umdenken in baulichen und räumlichen Strukturen.

Die Erarbeitung dieser praxisnahen Konzepte wurde vom Land Rheinland- Pfalz in Form eines studentischen Wettbewerbes unterstützt.

Ein Dutzend ausgewählter Entwürfe zeigen in Form von Zeichnungen und Modellen Möglichkeiten im Umgang mit dem kulturellen Erbe des Industriebaus und dessen zeitgemäße Nutzung auf.

Matthias Sieveke