Städtische Wohnungen

Die Stadt Trier verfügt derzeit über rund 800 Wohnungen in unterschiedlicher Größe und Ausstattung. Der Wohnungsbestand liegt schwerpunktmäßig in den Stadtteilen Trier-West und Mariahof, ist aber auch vereinzelt über das gesamte Stadtgebiet verteilt. Die Vergabe erfolgt in der Abteilung Wohnungswirtschaft und Sozialplanung nach vorheriger Wohnungsbewerbung in der Wohnungsberatungsstelle.

Die städtischen Wohnungen sind das vorrangige Angebot, auf das sich viele Menschen bewerben, weil sie aus unterschiedlichen Gründen auf dem freien Markt keine für sie finanziell tragbaren Wohnungen finden können. Dies sind auf der einen Seite Haushalte, die als Ergebnis von Räumungsurteilen wohnungslos geworden sind (gesetzliche Unterbringungsverpflichtung) und auf der anderen Seite Haushalte, die auf Grund ihrer speziellen Lebenssituation von Vermietern oft abgelehnt werden, sowie Haushalte, die ihren Lebensunterhalt noch aus eigener Kraft tragen können, allerdings auf preiswerte Wohnungen mit geringerem Standard angewiesen sind.

Im Durchschnitt der letzten fünf Jahre haben sich bei der Wohnungsberatungsstelle jährlich 520 Haushalte für eine städtische Wohnung beworben. In der Regel konnte nur etwa der Hälfte der Bewerbungen eine Wohnung auf dem freien Markt oder im städtischen Bestand erfolgreich vermittelt werden.

Sanierungen und Neubau

Die städtischen Wohnungen sind derzeit in einem sanierungsbedürftigen baulichen Zustand. Der Abbau des Sanierungsstaus hat begonnen, so sind zwischenzeitlich 20 sanierte Wohnungen in der Magnerichstraße wieder von ihren Mietern bezogen werden. 

Die Innen- und Außensanierung der 120 städtischen Wohnungen im Stadtteil Mariahof ist im Sommer 2017 angelaufen. Für die Umsetzung der umfangreichen Maßnahme wurde eine Bauzeit von circa fünf Jahren angesetzt. Die erste Bauphase umfasste die Sanierung der Außenhüllen der sechs Häuser. Die neuen Fenster- und Treppenhauselemente sowie der helle Fassadenanstrich lassen die Gebäude in neuem Glanz erscheinen. Die alten Wohnungseingangstüren und die Treppengeländer wurden durch neue Türen und Geländer ersetzt, die Wände der Treppenhäuser frisch gestrichen. Im Zuge der Erneuerungen der Außenanlagen wurden behindertengerechte Rampen zu den Hauseingängen angelegt. In der zweiten Bauphase ab 2020 werden die Wohnungen umfangreich saniert. Die 73 bzw. 89 Quadratmeter großen Wohnungen werden mit neuen Bädern ausgestattet, die Elektroleitungen werden erneuert und ein modernes Lüftungssystem wird installiert. Die Sanierung der Gebäude wird voraussichtlich im Jahre 2023 abgeschlossen sein.

Um der großen Nachfrage nach bezahlbaren Wohnraum gerecht zu werden, ist die Stadt Trier wieder in den Neubau von Sozialwohnungen eingestiegen: Als erstes Projekt wurde östlich des Hofguts Mariahof ein Neubau in Modulbauweise mit 31 Wohnungen fertiggestellt. Ein ähnliches Projekt mit 50 Wohnungen entsteht im Baugebiet BU 14 im Stadtteil Filsch.

Wohnungsbaugesellschaft "Wohnen in Trier"

Die Fassaden in der Magnerichstraße in Trier-West zeigen deutlich, welche Häuser schon saniert sind. Die neue Wohnungsbaugesellschaft Wit wird die Sanierung hier fortsetzen.Um die Sanierung und Erneuerung der städtischen Sozialwohnungen zu forcieren, hat das Rathaus die Gründung der Wohnungsbaugesellschaft "Wohnen in Trier" (WIT) mit privater Beteiligung in die Wege geleitet. Nach einer euorpaweiten Ausschreibung für den Kooperationspartner fiel die Wahl im Vergabeverfahren auf die in Trier ansässige Wohnungsbau und Treuhand AG (GBT). Im Februar 2020 hat der Stadtrat der Gründung der WIT mit großer Mehrheit zugestimmt. Demnach hält die GBT 51 Prozent der Anteile an der Gesellschaft, die Stadt 49 Prozent. Die Anteilsmehrheit des privaten Partners hat den Vorteil, dass die Gesellschaft nicht an das Vergaberecht gebunden ist, bei Ausschreibungen von Baumaßnahmen also auch nachverhandeln und Wohnungen damit günstiger sanieren kann als die Verwaltung. Nächster Schritt ist die Zustimmung der Aufsichts- und Dienstleistungsdirektion zu der Gründung der neuen Gesellschaft, die noch im ersten Quartal 2020 erwartet wird.

Mit der GBT hat sich die Verwaltung einen Partner an Bord geholt, der bereits vielfältige Erfahrungen bei der Sanierung städtischer Wohnungen hat. So war das Unternehmen im Auftrag der Stadt bereits an der Sanieurng der Objekte in der Magnerichstraße und in Mariahof beteiligt. An diesen beiden Standorten wird die GBT die Sanierung weiterer Wohnungen fortsetzen, neu hinzu kommt das Burgunderviertel in Kürenz. In der ehemaligen französischen Wohnsiedlung entsteht ein innovatives Wohnquartier. Die GBT verfügt über rund 3200 eigene Wohnungen und verwaltet circa 3000 Wohnungen für Eigentümer. Dadurch, dass die gbt über eigene Wohnungen im gesamten Stadtgebiet verfügt, kann den Mietern während der Sanierung Ersatzwohnraum möglichst im eigenen Quartier zur Verfügung gestellt werden.

Die WIT kümmert sich um die Sanierung der Wohnungen, während die Stadt Eigentümerin bleibt. Für die Mieter ändert sich also nichts, Mietvertragspartner bleibt die Stadt. Die Stadt räumt der WIT ein entgeltliches „Nießbrauchsrecht“ am städtischen Wohnungsbestand mit einer Laufzeit von 24 Jahren ein. Danach überträgt die WIT der Stadt die modernisierten Wohnungen gegen Zahlung eines Wertausgleichs oder die Gesellschaft bleibt weiter bestehen. 

 
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