Trierer Persönlichkeiten aus über 2000 Jahren: Ambrosius von Mailand

© GDKE/Rheinisches Landesmuseum Trier, Foto: Th. Zühmer.
Relief von Ambrosius von Mailand in der Porta Nigra. © GDKE/ Rheinisches Landesmuseum Trier, Foto: Th. Zühmer.

Es war Frühsommer im Jahr 339 und die Zeit des Bienenschwärmens begann. Der kleine Ambrosius, Sohn des römischen Präfekten in Trier, dem Vertreter des Kaisers, lag in den Innenhöfen des kaiserlichen Amtsgebäudes. Plötzlich ließ sich ein Bienenschwarm auf seinen Mund nieder und bescherte ihm eine honigsüße Sprache.
Diese Legende war ein Versuch späterer Generationen, den Erfolg des Ambrosius zu erklären. Er schaffte es von Trier bis zum Bischof von Mailand und hatte großen Einfluss auf die abendländische Geistesgeschichte. Zur Würdigung seines Handelns wurde im 18. Jahrhundert ein Relief in die Porta Nigra in Trier gehauen, das Ambrosius gemeinsam mit einem Bienenkorb abbildet.

Leben

Ambrosius stammte aus einem wohlhabenden Elternhaus. Nach dem Tod des Vaters Aurelius Ambrosius zog die Familie nach Rom, wo Ambrosius eine juristische Ausbildung genoss. Rasch machte er Karriere und wurde schließlich Präfekt in Mailand.

Der Weg zum Bischof

Im Jahr 374 starb der arianische Bischof Auxentius, wodurch ein Streit zwischen den Arianern und den orthodoxen Trinitariern um die Nachfolge entstand. Die Arianer vertraten die Ansicht, dass Jesus Christus nicht wesensgleich zu Gott ist. Der junge Präfekt Ambrosius sollte dieses Zerwürfnis schlichten. Während seiner Ansprache zur Beilegung der Krise wurde er, der Überlieferung nach, von einem Kind mit den Worten „Ambrosius episcopus“ (Ambrosius soll Bischof werden) unterbrochen. Am 7. Dezember 374 wurde er zum Bischof gewählt.

In seiner Amtszeit machte er sich einen Namen als engagierter Bischof, der den Arianern und auch den römischen Kaisern die Stirn bot. Zweimal begab er sich während seiner Laufbahn zurück in seine Heimatstadt Trier. Dabei wurde er Zeuge des Prozesses gegen Priscillians, der sich für eine asketische Lebensweise im christlichen Glauben aussprach und sich damit viele Feinde machte. Ambrosius hingegen missbilligte den Prozess und wurde daraufhin der Stadt verwiesen.

Heilige Schriften

Der Glauben und das Predigen waren Schwerpunkte seines Handelns. Augustinus fand durch Ambrosius zum christlichen Glauben, wurde von ihm im Jahr 387 getauft und entwickelte sich zu einem der einflussreichsten Theologen der Spätantike. Ambrosius verfasste Schriften, die sich unter anderem mit der Sittenlehre und der Schöpfungsgeschichte beschäftigten. Außerdem schrieb er einen Lukaskommentar und mehrere Werke zur Jungfräulichkeit Marias.

Den größten Erfolg hatte Ambrosius allerdings mit seinen Hymnen, die er in die Liturgie einführte. Das machte ihn zum Vater des Kirchengesangs. Gold- und Honigmund wurde er deshalb in späteren Jahrhunderten genannt, die Sage des Bienenschwarms wurde populär. Der „Ambrosianische Lobesgesang“, der in seiner Tradition steht, wird noch heute zu feierlichen Dankfesten gesungen. Am 4. April 397 starb Ambrosius in Mailand, sein Grab liegt dort in der später nach ihm benannten Basilika Sant‘ Ambrogio.