09.03.2020 | Studium

Ab dem Wintersemester Medizincampus in Trier

Ulrich Förstermann (Uni-Medizin Mainz), Peter Berg (BBT-Gruppe), Hans-Joachim Backes (Mutterhaus) sowie Markus Leineweber (Brüderkrankenhaus, vorne v. r.) unterzeichnen den Vertrag. Über den Startschuss freuen sich auch OB Wolfram Leibe, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weitere Kooperationspartner.
Ulrich Förstermann (Uni-Medizin Mainz), Peter Berg (BBT-Gruppe), Hans-Joachim Backes (Mutterhaus) sowie Markus Leineweber (Brüderkrankenhaus, vorne v. r.) unterzeichnen den Vertrag. Über den Startschuss freuen sich auch OB Wolfram Leibe, Ministerpräsidentin Malu Dreyer und weitere Kooperationspartner.
Ab dem Wintersemester 2020/21 absolvieren bis zu 30 Studierende der Universitätsmedizin Mainz das zehnte Semester und danach ihr praktisches Jahr im Trierer Mutterhaus oder im Brüderkrankenhaus. Die Vertreter der drei Partner unterzeichneten jetzt den finalen Vertrag. Damit werden für Ministerpräsidentin Malu Dreyer Zeichen gesetzt, die weit über Trier hinausweisen.

Das Projekt leiste einen entscheidenden Beitrag, die ärztliche Versorgung gerade auch in den ländlichen Regionen des Landes sicherzustellen und Ausbildungskapazitäten im Medizinstudium effektiv zu nutzen. In Richtung Luxemburg, das seine Uni-Kapazitäten erweitere, werde durch den Ausbau der hochwertigen Ausbildung in Trier ein wichtiges Signal gesetzt. Dreyer: „Die Kooperation bringt der Universitätsmedizin Mainz eine Entlastung im klinischen Studienabschnitt, den Kliniken in Trier eine neue Form der Nachwuchssicherung und der Stadt eine Schärfung ihres Profils als Hochschul- und Gesundheitsstandort."

OB Wolfram Leibe sprach bei der Vertragsunterzeichnung von einer „Riesenchance für Trier". Ein vierjähriger Prozess mit einem intensiven Einsatz aller Beteiligten sei nun auf der Zielgeraden und ein Beitrag zur Stärkung der medizinischen Versorgung in der Breite des Landes. Leibe: „Der Campus entspricht dem Ziel der Schaffung gleichwertiger Lebensverhältnisse in Deutschland als grundgesetzlichem Anliegen." Das Campus-Projekt wird im Trierer Rathaus federführend vom Amt für Stadtentwicklung und Statistik betreut.

Hospitien als Partner vor Ort

Die Vereinbarung enthält Regelungen zum Lehrpersonal, zu digitalen Lehr- und Lernformen, und zu einer Verwaltungseinheit vor Ort. Diese wird bei den Vereinigten Hospitien in der Innenstadt eingerichtet. Dort werden außerdem den Studierenden in direkter Nähe zu beiden Kliniken Unterkunftsmöglichkeiten zur Verfügung gestellt. Leibe hatte sich in seiner Funktion als Verwaltungsratschef der Hospitien besonders für diesen Teil des Projekts eingesetzt.

Die Vereinbarung öffnet nach Aussage von Wissenschaftsminister Professor Konrad Wolf die Türen für eine wegweisende Entwicklung der rheinland-pfälzischen Wissenschaftslandschaft: „Wir sind stolz, dass die Qualität der medizinischen Ausbildung den Anforderungen an eine exzellente Lehre entsprechen wird. Das macht den Medizincampus für Studierende hochattraktiv." Zur Umsetzung des Konzepts stellt die Landesregierung bis 2025 bis zu acht Millionen Euro jährlich zur Verfügung. 2020 sind es bereits knapp 1,9 Millionen.

Die Universitätsmedizin Mainz erschließt sich nach Aussage des wissenschaftlichen Vorstands Professor Ulrich Förstermann ein großes Potenzial zur Ausbildung der Studierenden mit zusätzlichen attraktiven Lernmöglichkeiten. Nach Einschätzung von Professor Winfried A. Willinek, Ärztlicher Direktor im Brüderkrankenhaus, konnte das komplexe und herausfordernde Projekt nur dank der „extrem guten Kooperation" aller Beteiligten auf den Weg gebracht werden. Nach Einschätzung von Mutterhaus-Geschäftsführer Christian Sprenger wirkt sich der Campus positiv auf die künftige medizinische Versorgung der Patienten der Region aus. Sein Haus, bereits seit 42 Jahren Akademisches Lehrkrankenhaus, sei bestens auf die Studierenden vorbereitet. Er ergänzte: „Beide Kliniken sind sehr stolz über das in uns gesetzte Vertrauen."

Für den aus Trier stammenden Dr. Günther Matheis, Präsident der Landesärztekammer, wird eine lang gehegte Forderung erfüllt. Er betonte: „Der zusätzliche Standort für ein regionalisiertes Medizinstudium ist ein wichtiger Baustein einer dezen-
tralen Ausbildung. Wir stellen für Medizinstudierende im klinischen Teil attraktive Rahmenbedingungen zur Verfügung. Ich habe die Hoffnung, dass einige nachher in der Region bleiben und in die ärztliche Versorgung einsteigen."