13.12.2018 | Bronzebüste enthüllt

Freiheitskämpfer Gandhi vor dem AVG

Botschafterin Mukta D. Tomar und Oberbürgermeister Wolfram Leibe enthüllen die Gandhi-Büste.
Botschafterin Mukta D. Tomar und Oberbürgermeister Wolfram Leibe enthüllen die Gandhi-Büste.

Am Auguste-Viktoria-Gymnasium wurde am Donnerstag im Beisein der indischen Botschafterin in Deutschland, Mukta D. Tomar, eine Bronzebüste von Mahatma Gandhi enthüllt. Der Standort ist kein Zufall: Seit rund 20 Jahren unterstützt das Auguste-Viktoria-Gymnasium im Rahmen seiner Indien-Partnerschaft Projekte in der größten Demokratie der Welt mit rund 1,3 Milliarden Bewohnern. Allein beim jährlichen Unesco-Projekttag kommen jeweils rund 40.000 Euro zusammen. Das große Engagement der Lehrer sowie jetziger und früherer Schüler spielte eine große Rolle bei dem Festakt zur Enthüllung der von dem Bildhauer Ram Sutar gestalteten Büste.

OB Wolfram Leibe bezeichnete es als große Ehre, dass die indische Regierung diese „wunderschöne Statue“ gestiftet habe und dass die Botschafterin Tomar, zur Enthüllung gekommen war: „Die größte Demokratie der Welt zeigt Flagge in Trier.“ Es gebe auch eine Verbindung zu Karl Marx, dessen 200. Geburtstag das Jahr 2018 in Trier prägte: „Auf den ersten Blick haben Gandhi und er kaum etwas gemeinsam, aber beide waren Philosophen und haben sich intensiv bemüht, die Welt zu verbessern. Gandhi hat diese Ideen dann aber auch in praktische Politik umgesetzt.“

Friedliche Konfliktlösung

Triers früherer OB Klaus Jensen, durch sein jahrzehntelanges Engagement für Strategien zu friedlichen Konfliktlösungen Gandhi besonders verbunden, würdigte ihn als herausragende Persönlichkeit: „Er ist zeitlos, eine unerschöpfliche Quelle für alle, die sich nach einem erfüllten Leben sehnen, die Not und Elend, Gewalt und Unfreiheit bekämpfen und im umfassenden Sinn eine gewaltfreie Gesellschaft gestalten wollen“, sagte er und wendete sich an die Botschafterin: „Das Geschenk der Büste ist ein großes Glück, wird es uns doch immer wieder ermuntern, Gandhi zu fragen, was er uns zur Lösung der vielen Konflikte der Welt im Großen wie im Kleinen rät.“ Das Gandhi-Bild der westlichen Welt zeige maßgeblich den kleinen ausgemergelten halbnackten Mann, der die 300-jährige Fremdherrschaft Indiens durch die Engländer 1947 gewaltfrei beendet hat. Seine Lebensleistung sei aber vor allem das Vorbild einer ganzheitlichen, integrativen Persönlichkeit: „Kern seines Tuns war die Überzeugung, dass gesellschaftliche Veränderung nur über die Veränderung der eigenen Person nachhaltig wirkt.“ Lebenslanges Lernen und Mut zur Korrektur eigener Fehler seien nur zwei Beispiele.

Jensen verband die Erinnerung an Gandhi mit dem eindringlichen Appell, endlich wirkungsvolle und dauerhafte Schritte zum Schutz der endlichen natürlichen Ressourcen umzusetzen. Diesen Aspekt hatte vorher auch schon die Botschafterin aufgegriffen. Gandhi habe immer wieder gefordert, die Schöpfung nicht nur als Erbe der Vorfahren zu sehen, sondern auch Leihgabe an die eigenen Kinder und Enkel. AVG-Leiter Timo Breitbach zeigte sich stolz und glücklich über die rund 68 Zentimeter hohe Gandhi-Büste vor seiner Schule, die auf einem Sockel ruht. Zusammen mit vielem Lehrerkollegen, einer nach Indien gereisten Schülergruppe und dem Schulorchester gestaltete er den Festakt.

In diesem Rahmen stellten die AVG-Schüler

Isabella Angioni,
Finn Marz
Hanah Reichert und 
Lisa Siegert

eindrucksvolle Impressionen ihrer Indien-Reise im Rahmen der Partnerschaft vor.

 
Bildergalerie
  • Der frühere Oberbürgermeister Klaus Jensen erweist Gandhi seine Reverenz.
  • Ehrengäste und Mitwirkende der Gandhi-Feier im AVG