03.12.2019

Stets aktiv und engagiert

Zum 100. Geburtstag von Reinhard Zingen gratulierten neben seinen Kindern und Enkeln auch Bürgermeisterin Elvira Garbes und Ehrangs Ortsvorsteher Berti Adams.
Zum 100. Geburtstag von Reinhard Zingen (sitzend, l.) gratulierten neben seinen Kindern und Enkeln auch Bürgermeisterin Elvira Garbes (4. v. r.) und Ehrangs Ortsvorsteher Berti Adams (3. v. l.).

Das Wohnzimmer von Reinhard Zingen in Ehrang ist proppevoll an diesem Montagnachmittag. Kein Wunder, denn er feiert seinen 100. Geburtstag. Entspannt sitzt er in seinem Sessel, unterhält sich mit seinen Gästen und scheint den Trubel zu genießen. Vor allem freut ihn, dass neben seiner Familie – er hat drei Kinder, sieben Enkel, elf Urenkel und sogar einen Ururenkel – auch seine ehemaligen Lehrlinge der früheren Amtsverwaltung Ehrang da sind, um ihm zu gratulieren. Stolz erzählt er, welche Laufbahnen seine damaligen Lehrjungen eingeschlagen haben. Aber auch Zingen selbst kann auf eine erfolgreiche berufliche Laufbahn zurückblicken: Bis zur Eingemeindung Ehrangs 1969 arbeitete er für die dortige Verwaltung. Ab 1969 war er bis zu seiner Pensionierung 1984 für die Stadtverwaltung Trier tätig, zuletzt als stellvertretender Leiter des Rechungsprüfungsamts.

Reinhard Zingen lernte aber auch die dunklen Seiten des Lebens kennen: Als Soldat war er bei Kriegsende 1945 in Russland und machte sich von dort auf in die Heimat – eine Odyssee, bei der er unter anderem auf einem offenen Kohlezug bei strömendem Regen fahren musste. Ein Rucksack voller Zigaretten, den er von einem Engländer geschenkt bekam, diente ihm als Zahlungsmittel, um nach Hause zu kommen.

Der Jubilar ist für sein Alter noch fit: Er lebt allein in seinem Haus, seine Kinder schauen jeden Tag nach ihm und die Sozialstation hilft ihm morgens nach dem Aufstehen. Das Einkaufen samt Busfahren erledigt Zingen größtenteils allein. Und auch geistig hält er sich noch fit: „Ich kaufe mir jeden Tag Rätselzeitungen, damit überprüfe ich mein Gedächtnis und das ist noch ziemlich ergiebig", betont er. Früher zählten das Angeln und Sportschießen zu seinen Hobbies.

Auch Schützenkönig sei er einmal gewesen, erzählt er stolz. Ehrenamtlich tätig war er viele Jahre als Seniorenbeauftragter in Ehrang. Etwas, dass der 100-Jährige nicht vergisst, ist das gemeinsame Angeln mit Willy Brandt, damals Regierender Bürgermeister von Berlin, als dieser einmal zu Gast in der Region war.